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Helfende Hände

Unsere Flyeraktion vom Mai 2019 war ein voller Erfolg. Dank der Aktion haben wir sieben neue Mitarbeitende dazugewonnen. Darüber freuen wir uns sehr und sind auf die Zusammenarbeit gespannt. Dennoch können wir weiterhin jede weitere helfende Hand gebrauchen! Bei Interesse bitte Kontakt per E-Mail aufnehmen oder zum nächsten Plenum kommen. Siehe Seitenleiste.

Interview mit Dr. Achim Kessler, MdB

Am Dienstag, 30. April 2019 besuchte der Bundestagsabgeordnete Dr. Achim Kessler (Die Linke) unsere Initiative. Nach einem gemeinsamen Rundgang in der Geflüchteten-Unterkunft In der Au sprach Kessler mit uns über unsere Arbeit. 

W.i.R.: Herr Dr. Kessler, Sie haben sich als bisher erster Abgeordneter des deutschen Bundestages für die Tätigkeit unser lokalen Flüchtlingshilfe vor Ort interessiert und konnten sehen, wie wir zum Beispiel Hausaufgaben- und Deutschhilfe, Fahrradwerkstatt, Näh- und Handarbeits-Werkstatt organisieren. Wie bewerten Sie unsere Einstiegshilfe und Kontaktmöglichkeit für Geflohene zu Bürgern?
Achim Kessler: Bürgerinitiativen wie W.i.R. haben eine Schlüsselrolle bei der Integration von geflüchteten Menschen. Sie sind im Stadtteil tief verwurzelt und können so als Schnittstelle zu den übrigen Bewohnern des Stadtteils dienen. Integration besteht doch genau darin, dass geflüchtete Menschen zum gleichberechtigten Teil unserer Gesellschaft werden. Besonders gut gefallen haben mir die Fahrradwerkstatt, der Nähkurs und die Gespräche, die ich mit einigen Geflüchteten dort geführt habe. Man lernt sich kennen, wenn man gemeinsam Fahrräder repariert oder näht. Und es ist ein Geben und Nehmen, wie die Betreuerin des Nähkurses erzählt hat: Sie hat berichtet, dass Sie selbst im Kurs schon viele erstaunliche Nähtechniken aus anderen Ländern kennengelernt hat.

W.i.R: Wieso waren Sie besonders an W.i.R. interessiert?
Achim Kessler:  Ich habe das Glück, dass sich der weltoffene Stadtteil Rödelheim in meinem Wahlkreis befindet. Nach meinem Politikverständnis muss ein Abgeordneter über die Lebensbedingungen in seinem Wahlkreis gut informiert sein. Ein realistisches Bild kann man sich letztlich nur vor Ort machen, weshalb ich mich sehr über die Einladung gefreut habe. Ich brauche das direkte Gespräch, damit ich einen Kompass und Maßstab für meine politische Arbeit habe. Denn ich möchte im „Raumschiff Bundestag“ nicht die Orientierung verlieren.

W.i.R.: Gibt es etwas, was Ihnen von W.i.R. besonders in Erinnerung geblieben ist?
Achim Kessler: Das Engagement der Mitglieder der Initiative beeindruckt mich. Mir gefällt, wie viele Gedanken Sie sich darüber gemacht haben, für alle Gruppen im Flüchtlingswohnheim ein Angebot zu finden. Auf Nachfrage habe ich erfahren, dass am Nähkurs nur Frauen teilnehmen können, um für Frauen die Schwelle zur Teilnahme zu senken. Der Nähkurs ist oft der Einstieg für die Teilnahme an anderen Angeboten, wie zum Beispiel an Sprachkursen.

W.i.R.: Haben Sie den Eindruck, dass Politik und Behörden eine wirklich baldige und gelungene Integration der hier angekommenen Geflohenen anstreben, oder eher die Hürden zum Verbleiben höher setzten wollen?
Achim Kessler:  Die Bundesregierung hat keine Voraussetzungen für eine gute und erfolgreiche Integration geschaffen und betreibt stattdessen weiter eine Politik der Abschottung, des Generalverdachts und der Entrechtung gegenüber Einwanderern und Geflüchteten. Es ist völlig verrückt, dass die Bundesregierung mit der schrittweisen Verschärfung des Asylrechts der rassistischen AfD auch noch in die Hände spielt. Alle demokratischen Parteien müssen diesem Rassismus gemeinsam entgegen treten.
Das Problem liegt also nicht in Rödelheim, wo ein relativ großes Gelände gefunden worden ist. Ich habe den Eindruck, dass die Stadt und der Träger des Wohnheims versuchen, aus den schwierigen Rahmenbedingungen das Beste zu machen. So wurde zum Beispiel die Versorgung durch einen Caterer durch individuelle Möglichkeiten für die Bewohnerinnen und Bewohner ersetzt, sich selbst Essen zu kochen. Es müssen aber die Rahmenbedingungen verbessert werden. Denn die Mieten in Frankfurt sind natürlich auch für Geflüchtete zu hoch. Viele müssen deshalb weiterhin in den Notunterkünften bleiben. Hier könnte auch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt mehr tun. Es ist nicht die Aufgabe öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften teure Wohnungen zu bauen, sondern für ausreichend günstige Wohnungen zu sorgen. Das würde uns allen zugutekommen, auch den Geflüchteten.

W.i.R: Welches sind, kurzgesprochen, die Positionen der Partei DIE LINKE zur Flüchtlings- und Asylpolitik in Europa?
Achim Kessler:  Es ist unerträglich, dass das Mittelmeer ein Massengrab geworden ist und Helferinnen und Helfer, insbesondere in der Seenotrettung, für die Rettung von geflüchteten Menschen noch bestraft werden. DIE LINKE will die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen, anstatt Geflüchtete zu bekämpfen und deren Fluchtwege zu blockieren. Was heißt das konkret? Das bedeutet, dass der Export von Rüstung aus Deutschland verboten werden muss. Denn die Hauptursache von Flucht sind nach wie vor Kriege. Das bedeutet, dass Deutschland seine wirtschaftliche Macht nicht länger dafür missbrauchen darf, armen Ländern unfaire Handelsabkommen aufzuzwingen. Damit wir im Bundestag etwas erreichen können, brauchen wir den Druck von der Straße. Ich freue mich deshalb, dass viele Schülerinnen und Schüler auch in Frankfurt jeden Freitag gegen die Untätigkeit angesichts des Klimanotstands demonstrieren. Den der Klimawandel trifft Arme wesentlich härter als Reiche. Die Klimaverschlechterung wird immer mehr zur Fluchtursache. Die Untätigkeit muss endlich aufhören!


Deutsch lernen mit Herz und Vertrauen

Dieser Beitrag ist im Cyriakusbrief der Rödelheimer Cyriakusgemeinde erschienen. 

Die Lernenden und Teachers haben sich gefreut, als Catherine von Westernhagen sie beim Sprachtreff an einem Montagabend besucht hat und waren gerne bereit, ein Gruppenfoto zu machen.  Foto: Cyriakusgemeinde

Von Catherine von Westernhagen

Jeden Montagabend um 17.30 Uhr stehen sie pünktlich bereit: die Rödelheimer Teachers on the road treffen sich im Foyer der Cyriakusgemeinde in der Alexanderstraße 37, um Geflüchtete aus den Rödelheimer Unterkünften in Deutsch zu unterrichten. Jane Peat von der Gruppe W.I.R., die das Projekt seit drei Jahren koordiniert, weiß nie genau, wie viele kommen werden. „Das ist jedes Mal eine Überraschung“, sagt sie mit dem ihr eigenen Humor. Wenn es gut läuft, kommen zehn Schüler, manches Mal sind es auch nur drei oder vier. Aber das spielt keine Rolle, denn wichtig ist, dass die Menschen, die hierherkommen, unbürokratisch und in einem geschützten Raum lernen können.

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Nikolausmarkt 2018

Am Samstag, 1. Dezember 2018 fand in Rödelheim wieder der traditionelle Nikolausmarkt der Vereine statt und W.i.R. waren wieder mit dabei. In diesem Jahr gab es an unserem festlich geschmückten Stand das bereits im Sommer beim Parkfest erprobte Quiz „Lebensmittel aus aller Welt“. Tastend und schnuppernd konnten die in den Säckchen versteckten Gewürze erkannt und zugeordnet werden, begleitet von einer kleinen Geschichte darüber, woher die Lebensmittel ursprünglich stammen. 

Stoffe gesucht

In der Handarbeitsgruppe einer Rödelheimer Geflüchteten-Unterkunft wird jeden Donnerstag gestrickt, gehäkelt und vor allem genäht. Die Handarbeitsgruppe richtet sich ausschließlich an Frauen und bietet die Möglichkeit zu nettem Beisammensein, auch ohne oder nur mit geringen Deutschkenntnissen.

Es sind genügend Nähmaschinen, Strick- und Häkelnadeln vorhanden, aber durch den steten Verbrauch geht vor allem der Vorrat an Stoffen langsam zur Neige: Wir freuen uns daher immer über weitere Stoffspenden – aber bitte geben Sie nur solche Stoffe, bzw. Stoffreste an uns weiter, die in gutem Zustand sind (z.B. sollten sie keine Flecken oder Löcher aufweisen) und die sinnvoll weiterverarbeitet werden können. Derzeit wird viel Kleidung für Klein und Groß genäht, es wurden aber auch beispielsweise schon Kissenbezüge oder Federmäppchen hergestellt. Wir haben zwar noch mehr Wolle als Stoffe vorrätig, sollten Sie jedoch noch schöne Wolle zuhause haben. die nicht mehr benötigt wird, sind wir auch dafür dankbare Abnehmerinnen!

Wenn Sie uns solche Stoffe, bzw. Stoffreste oder Wolle spenden möchten, melden Sie sich bitte per Mail (W.i.R@riseup.net) bei uns – wir vereinbaren dann eine unkomplizierte Übergabe. Möchten Sie unsere Handarbeitsgruppe unterstützen, ohne dass Sie Spendenmaterial zuhause haben? Wir freuen uns auch immer über eine kleine Geldspende – dadurch könnten wir mit unseren Teilnehmerinnen gemeinsam einkaufen gehen und die Damen können sich im Geschäft genau die Materialien aussuchen, die sie gerne verwenden möchten.

Ein herzliches Dankeschön geht bereits jetzt an alle Spenderinnen und Spender! Durch Ihre Unterstützung kann unsere Handarbeitsgruppe jede Woche mit genügend Grundmaterialien stattfinden und ist bereits für viele der geflüchteten Frauen ein fester Termin in ihrem Wochenablauf. Neben der schönen Atmosphäre sind auch schon richtig schöne Produkte entstanden – einige davon können Sie hier auf den Fotos bewundern.

Fotos: W.i.R./Handarbeitsgruppe

ROCK GEGEN RECHTS

Gegen Ausgrenzung – Für Frieden und Solidarität

Am diesjährigen Antikriegstag, Samstag dem 1. September wird ein großes Konzert als politische Kundgebung auf dem Frankfurter Opernplatz stattfinden. „Für Frieden und Solidarität“ lautet die Überschrift, unter der sich über 70 Organisationen zusammengefunden haben, darunter Umwelt- und Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Parteien, Stiftungen und städtische Institutionen: die Palette ist breit.

Anlass für das Bündnis sind auch die aktuellen politischen Diskussionen, in denen oft ein zunehmend menschenfeindlicher Ton dominiert. „Wir wollen ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung, für Frieden und Menschenrechte, Vielfalt und Solidarität setzen“, sagt Philipp Jacks, der die Veranstaltung federführend organisiert. „Wir wollen eine Politik des Friedens, der Abrüstung und der Solidarität. Menschenrechte dürfen nicht verhandelbar sein. Frankfurt und Deutschland waren schon immer multikulturell, und gerade diese Vielfalt ist unsere Stärke.“

Die Schirmherrschaft übernommen haben die Vizepräsidentinnen der Deutschen Bundestages Claudia Roth und Petra Pau, sowie Oberbürgermeister Peter Feldmann und die Frankfurter Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber.

Musikalische Beiträge sind geplant von Shantel & Bucovina Club Orkestar (Balkan-Pop), Sookee (HipHop), Gastone (Folklore/Pop), Revolte Tanzbein (Ska), FEE. (Singer-Songwriter), Azzis mit Herz (HipHop), Baby Shoo (Hip-Hop), Ethnotolia (World) und dem GKB Frauen Rock Chor.

Eintritt frei, aktuelle Informationen unter www.rock-gegen-rechts.info